von Thomas Zühr
Wir schreiben das Jahr 1986.
Auf Initiative Gorbatschows wird der russische Regimekritiker Andrej Sacharow aus seiner sechsjährigen Verbannung entlassen. Deutschland unterliegt im Finale der Fußball-WM in Mexiko gegen Argentinien mit 2:3. Der Gau von Tschernobyl führt den Menschen die Gefahren der Kernenergie auch in Deutschland drastisch vor Augen. Das Space Shuttle CHALLENGER mit seiner siebenköpfigen Besatzung an Bord explodiert gut eine Minute nach seinem Start. Der so genannte Nettorealverdienst (nach Abzug von Steuern, Sozialbeiträgen) liegt in Deutschland durchschnittlich bei umgerechnet 15.785 Euro.
Was ist seit dem nicht alles passiert:
Die Deutsche Einheit kam, für die allermeisten, völlig überraschend und wurde von der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung gefeiert. Der 11. September 2001 leitete das endgültige Ende der Euphorie ein, seine Folgen beschäftigen uns noch heute und werden es noch lange tun. Die Kanzler Kohl und Schröder haben ihren politischen Zenit erreicht und überschritten. Seit nunmehr 2 Jahren werden wir von einer großen Koalition unter der Kanzlerin Merkel regiert. Berlin ist jetzt Hauptstadt und etliche Reformen und Reförmchen haben uns alle mehr oder weniger getroffen.
Wir schreiben das Jahr 2006.
Gorbatschow wird in die Annalen eingehen, international geehrt, im eigenen Land überwiegend verdammt. Das Atomkraftwerk Tschernobyl soll einen neuen Sakopharg bekommen. Deutschland ist Weltmeister der Herzen und die amerikanische Raumfahrt hat sich auch von dem Absturz des nächsten Shuttle erholt. Der so genannte Nettorealverdienst (nach Abzug von Steuern, Sozialbeiträgen) liegt in Deutschland durchschnittlich bei 15.845 Euro.
Moment mal: Diese Zahl kommt Ihnen bekannt vor? Nein, nicht ganz. Aber fast.
Nach der Statistik des Arbeitsministeriums lagen laut "Bild" die Gesamtabzüge vom Bruttolohn im vergangenen Jahr auf Rekordniveau. Im Schnitt habe ein Arbeitnehmer 9291 Euro an Lohnsteuer und Sozialbeiträgen gezahlt. Das ist nach Angaben der Zeitung so viel wie noch nie zuvor. 1986 hätten die Abzüge noch bei 5607 Euro gelegen. Sie seien also um fast 66 Prozent gestiegen.
Die Bruttolöhne seien im gleichen Zeitraum dagegen nur um 48 Prozent von 22 333 Euro auf 33 105 Euro im Jahr gestiegen, schreibt das Blatt. Wegen der Inflation bleibe den Arbeitnehmern trotz steigender Bruttolöhne weniger übrig. So hätten die Löhne in den vergangenen fünf Jahren um 4,1 Prozent zugelegt, die Preise seien dagegen um 7,1 Prozent gestiegen.
In der SPD bekam die Forderung nach Mindestlöhnen durch die Studie neue Nahrung. Präsidiumsmitglied XYZ sagte: bla, bla, bla
Arbeitsmarktexperte XXX sagte: bla, bla, bla
Union und FDP fordern: bla, bla, bla
Der Direktor des arbeitgebernahen Instituts der ZZZ sagte: bla, bla, bla
Fassen wir zusammen:
Niemand sollte auf irgendeine kurzfristige Besserung durch deutsche Politik, Witschaft oder Verbände hoffen. Seit über 20 Jahren stagnieren die Löhne, im Gegensatz zu den Unternehmergewinnen. Eine Umverteilung von oben nach unten ist nicht zu erwarten.
Und die Zahl der Menschen die an der unteren Einkommensgrenze liegen wächst.
Die Menschen, die in der Lage dazu sind, haben nur eine Chance: Eigeninitiative.
Die Zeit des Hoffens und Wartens ist vorbei.
Initiative 50plus-Job
Wir schreiben das Jahr 1986.
Auf Initiative Gorbatschows wird der russische Regimekritiker Andrej Sacharow aus seiner sechsjährigen Verbannung entlassen. Deutschland unterliegt im Finale der Fußball-WM in Mexiko gegen Argentinien mit 2:3. Der Gau von Tschernobyl führt den Menschen die Gefahren der Kernenergie auch in Deutschland drastisch vor Augen. Das Space Shuttle CHALLENGER mit seiner siebenköpfigen Besatzung an Bord explodiert gut eine Minute nach seinem Start. Der so genannte Nettorealverdienst (nach Abzug von Steuern, Sozialbeiträgen) liegt in Deutschland durchschnittlich bei umgerechnet 15.785 Euro.
Was ist seit dem nicht alles passiert:
Die Deutsche Einheit kam, für die allermeisten, völlig überraschend und wurde von der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung gefeiert. Der 11. September 2001 leitete das endgültige Ende der Euphorie ein, seine Folgen beschäftigen uns noch heute und werden es noch lange tun. Die Kanzler Kohl und Schröder haben ihren politischen Zenit erreicht und überschritten. Seit nunmehr 2 Jahren werden wir von einer großen Koalition unter der Kanzlerin Merkel regiert. Berlin ist jetzt Hauptstadt und etliche Reformen und Reförmchen haben uns alle mehr oder weniger getroffen.
Wir schreiben das Jahr 2006.
Gorbatschow wird in die Annalen eingehen, international geehrt, im eigenen Land überwiegend verdammt. Das Atomkraftwerk Tschernobyl soll einen neuen Sakopharg bekommen. Deutschland ist Weltmeister der Herzen und die amerikanische Raumfahrt hat sich auch von dem Absturz des nächsten Shuttle erholt. Der so genannte Nettorealverdienst (nach Abzug von Steuern, Sozialbeiträgen) liegt in Deutschland durchschnittlich bei 15.845 Euro.
Moment mal: Diese Zahl kommt Ihnen bekannt vor? Nein, nicht ganz. Aber fast.
Nach der Statistik des Arbeitsministeriums lagen laut "Bild" die Gesamtabzüge vom Bruttolohn im vergangenen Jahr auf Rekordniveau. Im Schnitt habe ein Arbeitnehmer 9291 Euro an Lohnsteuer und Sozialbeiträgen gezahlt. Das ist nach Angaben der Zeitung so viel wie noch nie zuvor. 1986 hätten die Abzüge noch bei 5607 Euro gelegen. Sie seien also um fast 66 Prozent gestiegen.
Die Bruttolöhne seien im gleichen Zeitraum dagegen nur um 48 Prozent von 22 333 Euro auf 33 105 Euro im Jahr gestiegen, schreibt das Blatt. Wegen der Inflation bleibe den Arbeitnehmern trotz steigender Bruttolöhne weniger übrig. So hätten die Löhne in den vergangenen fünf Jahren um 4,1 Prozent zugelegt, die Preise seien dagegen um 7,1 Prozent gestiegen.
In der SPD bekam die Forderung nach Mindestlöhnen durch die Studie neue Nahrung. Präsidiumsmitglied XYZ sagte: bla, bla, bla
Arbeitsmarktexperte XXX sagte: bla, bla, bla
Union und FDP fordern: bla, bla, bla
Der Direktor des arbeitgebernahen Instituts der ZZZ sagte: bla, bla, bla
Fassen wir zusammen:
Niemand sollte auf irgendeine kurzfristige Besserung durch deutsche Politik, Witschaft oder Verbände hoffen. Seit über 20 Jahren stagnieren die Löhne, im Gegensatz zu den Unternehmergewinnen. Eine Umverteilung von oben nach unten ist nicht zu erwarten.
Und die Zahl der Menschen die an der unteren Einkommensgrenze liegen wächst.
Die Menschen, die in der Lage dazu sind, haben nur eine Chance: Eigeninitiative.
Die Zeit des Hoffens und Wartens ist vorbei.
Initiative 50plus-Job